Auswahl von verschiedenem Weihnachtsgebäck auf schwarzem Untergrund.

Leckere Weihnachtsrezepte aus Baden-Württemberg

Weihnachtsgebäck aus dem Süden
23.10.202510 min. Lesedauervon Hirsch & Greif
Zimtduft liegt in der Luft – Baden-Württemberg tischt auf! Diese 5 Klassiker versüßen den Süden und gehören einfach zur Adventszeit dazu.

Weihnachtsrezepte aus Baden-Württemberg

Springerle, Neujahrsbrezel und andere Genüsse
Wenn die Tage kürzer werden und der Duft von Zimt und Sternanis durch die Küchen zieht, beginnt in Baden-Württemberg die genussvollste Zeit des Jahres. In den Backstuben wird geknetet, gewalkt und ausgestochen, was das Mehl hergibt – und das mit viel Liebe und Tradition. Denn rund ums Weihnachtsfest zeigt sich der Süden von seiner süßesten Seite. Ob mürbe, würzig oder fruchtig: Die Klassiker aus dem Süden gehören einfach auf den Festtagsteller.Wir stellen fünf Leckereien vor, die in Baden-Württemberg zur Adventszeit nicht fehlen dürfen – und garantiert für leuchtende Augen sorgen.

Hutzelbrot

Alte Früchte in neuem Gewand
Das in Baden und Württemberg weit verbreitete Hutzel- oder Schnitzbrot entstand einst als bäuerliches Festtagsgebäck und versüßte in der Vergangenheit nicht nur Bauern und Bediensteten die Weihnachtszeit, sondern auch den Tieren. Um Unheil abzuwehren und dem Glück Tür und Tor zu öffnen, bekamen selbst die Stallbewohner ein Stück als Maulgabe.„Hutzelig“ bedeutet im Schwäbischen so viel wie „runzelig“ und beschreibt den Zustand der verarbeiteten Birnen und anderen Früchte, zu denen sich neben Mehl häufig auch Nüsse oder Mandeln gesellen. Was darüber hinaus in den Teig wandert, hängt ganz vom eigenen Geschmack oder dem seit Generationen überlieferten Familienrezept ab: Ob weihnachtliche Gewürze, Rübensirup, Kirschwasser oder Zitronat und Orangeat – der eigenen Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.Serviert wird das Brot nach alter Tradition mit Butter. Wem das nicht reicht, der gönnt sich außerdem einen Klecks Marmelade oder Honig. Experimentierfreudige probieren es mit Käse.
Nahaufnahme eines Ofengitters auf dem mehrere Hutzelbrote verziert mit Mandeln liegen.

Dambedei

Ein Bild von einem Mann
Er ist braun gebrannt, weithin bekannt und verfügt über viele Namen: In Nordbaden und der Kurpfalz kennt man ihn als Dambedei, in Südbaden als Grätti- oder Baselmann und in anderen Regionen begegnet er als Weck- oder Klausenmann. Doch ganz gleich, welchen Namen er trägt, an seinem charakteristischen Aussehen erkennt ihn jedes Kind sofort. Mit Spitzkopf, Rosinenaugen, Mandelmund und der Knopfleiste aus Nüssen macht der kleine Hefekerl ordentlich was her.Früher trug die Figur neben dem Bischofshut auch einen Bischofsstab. Denn ihr Ursprung liegt, wie bei vielen Festtagstraditionen im kirchlichen Brauchtum: Vom Gottesdienst ausgeschlossene Personen erhielten gesegnetes Brot, das am Gedenktag des Bischofs Nikolaus von Myra die Form eines Mannes trug. In vielen Regionen im Süden wird der beliebte Gebäckmann daher auch am Nikolaustag verteilt. Mancherorts erfreut er Groß und Klein aber bereits am Martinstag.
Kleine Männchen aus Hefeteig liegen auf einem Blech.

Springerle

Gaumen- und Augenschmaus
Springerle sind einzigartig im Geschmack und zieren in der Adventszeit so manche Kaffeetafel. Die kleinen Kunstwerke aus Anisschaum gehören mit ihrer hellen Farbe und den lieblichen Motiven zu den schönsten Weihnachtsgebäcken und eignen sich daher nicht nur zum Verzehr, sondern auch als Christbaumschmuck.Ihre besondere Gestalt bekommen die ursprünglich vor allem im schwäbisch-alemannischen Raum verbreiteten Plätzchen durch Modeln, die meist aus Holz, seltener aus Stein, Metall oder Keramik gefertigt sind. Wenn der Teig in die eingeschnitzten Hohlformen gedrückt wird, entsteht ein reliefartiges Bild.Die Herstellung des Gebäcks verlangt allerdings etwas Übung: Damit die Muster ihre Form behalten und die Springerle ihrem Namen alle Ehre machend „aufspringen“, sind Zeit, Geduld und Fingerspitzengefühl gefordert. Doch die Mühe zahlt sich aus. Bei richtiger Lagerung sind die Schmuckstücke nicht nur schön weich, sondern auch lange haltbar.
Nahaufnahme von Weihnachtsplätzchen

Neujahrsbrezel

Süß und salzig ein Genuss
Ob im Sommer oder Winter, zum Frühstück, als Mittagssnack oder Vesper – Brezeln werden im Süden zu jeder Jahres- und Tageszeit genossen. Langweilig wird es dabei nie. Denn in Baden-Württemberg gibt es unzählige Arten von Brezeln, die sich in Machart, Erscheinung und Geschmack unterscheiden.Eine besondere Form des Traditionsgebäcks bildet die Neujahrsbrezel. Für viele ist sie untrennbar mit dem Jahreswechsel verbunden. Aus einem Neujahrsring entstanden, verkörpert sie auch heute noch Unendlichkeit und darf beim Neujahrsfrühstück auf keinen Fall fehlen. Die häufig aus süßem, vereinzelt aber auch leicht gesalzenem Hefeteig geformten Glücksbringer können in Größe und Dekor stark variieren. Ein besonders ausladendes Exemplar kann bis zu einem Meter messen und mit vielen geflochtenen oder geschnittenen Verzierungen mehrere Kilo wiegen. Nach altem badischen Brauch werden die Neujahrsgaben zuweilen noch mit eingebackenen Geldstücken veredelt.
Zwei Hände formen eine Neujahrsbrezel.

Reutlinger Mutschel

Sagenhaft gut und hart umkämpft
Um die sternförmige Reutlinger Mutschel ranken sich viele Sagen. Manche halten das vor allem in und um Reutlingen verbreitete Gebäck für ein Opferbrot. Andere sehen in dem mürben Hefegebäck mit seinen traditionell acht Zacken eine Nachbildung des Sterns der Weisen aus dem Morgenland.Auch ihr Ursprung ist umstritten: Erfand der Reutlinger Bäcker Albrecht Mutschler das Gewürzbrot im 13. Jahrhundert und gab ihm seinen Namen? Ob die Mutschel tatsächlich auf ihn zurückgeht, lässt sich nicht eindeutig belegen. Fest steht, dass „Mutsche“ bereits im Mittelalter ein kleines Brot bezeichnete. „Mutschelmehl“ ist in vielen Regionen bis heute ein Begriff für Paniermehl oder Semmelbrösel.Ein echter Reutlinger Brauch ist der „Mutscheltag“ am Donnerstag nach Dreikönig. Früher fand dann ein Preisschießen statt, bei dem die besten Schützen Mutscheln erhielten. Heute wird in geselliger Runde um das Gebäck gewürfelt – oder besser gesagt „gemutschelt“.
Mehrere sternförmige Mürbteiggebäcke.

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