Wie Mönche zu Braumeistern wurdenDas Geheimnis hinter dem Klosterbier
So erzählt uns Dr. Markus Rombach, warum unter anderem auch der Hunger daran Schuld war, dass Klosterkultur und Bierbrautradition seit jeher eng miteinander verbunden sind: Ein Mönch musste sich selbstverständlich an die Fastenzeit zwischen Fasching und Ostern halten, da gab es wenig zu essen, vernehmen wir. Es gab allerdings ein hübsches Schlupfloch, das den magenknurrenden Mönchen half: „Liquida non frangunt ieunum – Flüssiges bricht das Fasten nicht.“ Weil sie zur Fastenzeit nur wenig essen durften, sättigten sich die Mönche frei nach diesem Motto mit starkem, würzigem und kalorienhaltigem Bier.
Überlieferungen zufolge durfte jeder Mönch fünf Liter Bier am Tag trinken. Wir müssen kurz schlucken, als wir das hören. Dr. Rombach lässt uns jedoch wissen, dass der Alkoholgehalt damals noch viel niedriger gewesen ist. Hatten die Ordensbrüder erstmal genug Bier getrunken und sich gesättigt, kam die Idee: Wenn wir schon Bier brauen, können wir doch auch ein paar Fässer mehr machen und verkaufen, dachten sie sich wohl. „Weil die Ordensbrüder lesen und schreiben konnte, hatten sie die Möglichkeit, Überlieferungen nachzulesen und alte Rezepte auszuprobieren“, erzählt uns Dr. Rombach. So wird klar, wie die Geistlichen schnell zu Spezialisten in der Bierbraukunst wurden.