Urlaub mal andersVoluntourismus: Weinlese im Markgräflerland erleben
31.12.20255 min. Lesedauervon Hirsch & Greif
Zwischen Reben, Sonne und neuen Freundschaften: Wir begleiten Danny bei seinem ersten Tag im Weinberg – mitten im Markgräflerland. Er hilft bei der Weinlese, trifft inspirierende Menschen und taucht ein in die badische Lebensart.
Mit Rebschere statt ReiseführerErntedank auf dem Öko-Weingut in der Region Schwarzwald
Zuschauen war gestern – jetzt wird angepackt! Danny aus Osnabrück tauscht Alltag gegen Abenteuer und hilft im Markgräflerland dem Wein-Start-up Makalié bei der Weinlese. Gefunden hat er das Angebot auf Wwoof.de, einer Plattform für Freiwilligeneinsätze auf Ökohöfen. Zwischen Reben, Sonne und neuen Bekanntschaften erlebt er die badische Lebensart hautnah – und merkt schnell: So schmeckt Urlaub mit Sinn.
Übrigens: Die Plattform Wwoof.de vermittelt Freiwilligeneinsätze auf Ökohöfen – gegen freie Unterkunft und Verpflegung. Vorkenntnisse? Brauchst du keine. Auch Anfänger:innen sind willkommen.
Erlebe die Weinlese als Freiwilliger: Natur genießen, anpacken und neue Freundschaften knüpfen.
Wein mit Haltung – und HerzSo entstehen Low-Intervention-Weine
Zwischen den Reben, mit Blick bis zu den Vogesen, zählt noch echte Handarbeit. Maschinen? Fehlanzeige. Hier bestimmen Menschen den Rhythmus – und die Natur den Takt. Karoline Linka und Max Frölich setzen auf biodynamischen Weinbau: ohne Chemie, ohne Schnickschnack, dafür mit viel Geduld und Respekt. Ihre Low-Intervention-Weine wachsen inmitten von Kräutern und Blumen, die den Boden lebendig halten und Insekten ein Zuhause bieten. Wer hier mitarbeitet, spürt schnell: Das ist nicht nur Wein – das ist eine Haltung. Und ein Erlebnis, das bleibt.
Trauben lesen, Biodiversität schützen und echte Weinbaukultur spüren.
Morgenstimmung im RheintalMitmach-Erlebnis im Markgräflerland
Wir begleiten Danny bei seinem ersten Tag im Weinberg. Treffpunkt: bei Max und Karo zu Hause. Mit den anderen Helfer:innen geht’s im Konvoi Richtung Ölberg – so heißt die Lage, in der heute geerntet wird. Der Nebel liegt noch über dem Rheintal, die Stimmung ist ruhig, fast magisch. Jeder schnappt sich einen Plastikkorb. Max erklärt kurz, worauf es ankommt: „Unreife Trauben bleiben hängen - für später oder für die Vögel, schlechte werden sauber herausgeschnitten. Heute ist Spätburgunder dran – mit ein paar weißen Überraschungen dazwischen.“ Danny ist gespannt und aufgeregt. Und dann heißt es: Los geht’s – der Tag im Weinberg beginnt!
Erntezeit am Ölberg - Spätburgunder lesen, Natur erleben und Teil der Weintradition werden.
Jede Traube zähltWeinlese mit Flow-Garantie
Die Herbster:innen stehen zwischen den Reben, die Sonne steigt langsam über dem Rheintal. Neben Danny schneidet Marie konzentriert Spätburgunder – schnipp, schnapp, der Soundtrack des Tages. Sie will Winzerin werden, macht hier ihr Praktikum. Während die Rebscheren klacken, entstehen Gespräche über Zukunftspläne, mal auf Deutsch, mal auf Englisch. Junge Menschen aus aller Welt sind dabei. Die Arbeit ist meditativ – alle sind im Flow. Aber Konzentration ist gefragt – denn jede Traube zählt. Die Temperaturen steigen, die Jacken wandern in den Rucksack, die meisten arbeiten im T-Shirt.
Volle Körbe werden den Hang hinaufgeschleppt, rund 10 Kilo schwer – das gibt Muckis. Mit leerem Korb geht es wieder runter. Glücksgefühle heute – Muskelkater vielleicht morgen. Und spätestens beim Blick über die Vogesen weiß Danny: Das ist mehr als Arbeit – das ist Weinurlaub mit Herz.
Schnipp, Schnapp - jeder Schnitt bringt das Team dem Wein näher.
Live like a localNachhaltiger Urlaub mit Sinn
Warum lohnt es sich mitzumachen? Danny wollte im Urlaub mal etwas Sinnvolles tun – nicht nur konsumieren, sondern mitgestalten. Über Wwoof.de ist er auf das Wein-Start-up Makalié im Markgräflerland gestoßen und im Weinberg gelandet – zwischen Reben, Sonne und inspirierenden Individualisten aus aller Welt.
Während gemeinsam gearbeitet und gelacht wird, beginnt für Max und Karo vom Weingut die heiße Phase: Die Ernte muss in kurzer Zeit eingebracht werden. Wird der Jahrgang gut? Reicht der Ertrag? Danny bekommt einen echten Einblick in den biodynamischen Weinbau – und lernt zwei Gastgeber:innen kennen, die mit Herz und Haltung dabei sind.
„Wir zelebrieren die Lesezeit so richtig.“
Karoline Linka, Öko-Start-Up Makalié
Insidertipp: „Schellsch halt mol“ – Klingel ruhig mal!
Im Hochschwarzwald bedeutet das: Einfach mal klingeln! Wenn du dieses Schild an einem privaten Haus entdeckst, darfst du tatsächlich läuten. Dahinter steckt die Idee, mit Einheimischen ins Gespräch zu kommen – ganz unkompliziert und herzlich. Ob Insidertipps, Wanderempfehlungen oder einfach ein netter Plausch: Die Locals freuen sich auf neugierige Gäste. So wird aus deinem Urlaub ein echtes Begegnungserlebnis.
Karoline Linka & Max Frölich brennen für biodynamischen Weinbau, echte Handarbeit und nachhaltigen Genuss.
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Mittagspause im WeinbergEssen an der frischen Luft: Regional, entspannt, echt
Gegen Mittag ruft jemand: „Essen ist fertig!“ Alle setzen sich an eine lange Tafel mitten im Weinberg – zwischen Reben, Sonne und Aussicht. Es gibt frisches Brot, Käse, Salat: einfache, regionale Küche, liebevoll zubereitet. Ein Moment zum Durchatmen, Reden oder einfach nur Staunen. „Sich Zeit fürs Essen zu nehmen, gehört in Baden einfach dazu“, sagt Karo. Gemeinsam mit Max kauft sie Bio-Lebensmittel ein – als Dankeschön für die Helfer:innen. Die Mahlzeiten sind Teil des Erntedanks, aber auch Motivation. Und ja: später gibt’s noch selbst gebackenen Kuchen. Wer hier mitarbeitet, bekommt nicht nur Muskelkater, sondern auch Geschmackserlebnisse mit Aussicht.
Verkostung zwischen RebenTagesausklang mit Spätburgunder und Aussicht
Gegen 17 Uhr endet der erste Tag im Weinberg. Die letzten vollen Körbe werden im Gänsemarsch den Hang hinauf zum Auto getragen. Oben wartet die Belohnung: eine kleine Verkostung mit Max’ eigenem Spätburgunder. Das Ernteteam lässt sich auf die warmen Natursteinstufen fallen, die Sonne taucht die Reben in goldenes Licht. Müde? Ja. Glücklich? Absolut.
Zwischen Schlucken und Lächeln wird über die Aromen des Weines gefachsimpelt – und vielleicht entsteht dabei sogar eine neue Freundschaft. Danach geht’s zum Duschen, bevor sich alle bei Karo und Max zum Abendessen treffen: Kässpätzle mit und ohne Pfifferlinge. Zum Nachtisch Ofenschlupfer mit Vanillesoße. Und ganz viel badische Herzlichkeit.
Weinprobe auf warmen Steinen mit Sonne im Herzen und Aromen, die Geschichten erzählen.
Warum Mitmachen mehr bringt als ein Souvenir.Urlaub mit Herz und Haltung
Der erste Tag bei der Weinlese war anstrengend – aber genau richtig. Frische Luft, echte Arbeit, neue Begegnungen: Zwischen Reben, Rotwein und Rückenmuskelkater gibt es viel zu lernen. Danny hat gespürt, wie erfüllend es ist, Teil von etwas Echtem zu sein.
Die Gastfreundschaft von Karo und Max, das Miteinander mit Menschen aus aller Welt – all das bleibt hängen. Und vielleicht auch die Erkenntnis: Wer mit anpackt, nimmt mehr mit als schöne Fotos und ein Souvenir. Lust auf Baden-Württemberg mit Tiefgang? Dann pack auch du mit an – und erlebe, wie Urlaub wirklich verbinden kann.
Voluntourismus verbindet Arbeit mit Spaß und unvergesslichen Erlebnissen.
Mitmachurlaub: Was du wissen solltest...So funktioniert Voluntourismus in Baden-Württemberg
Voluntourismus verbindet Urlaub mit Sinn: Du reist nicht nur irgendwohin, sondern hilfst aktiv mit – zum Beispiel auf Ökohöfen, in Naturparks oder kleinen Betrieben. In Baden-Württemberg findest du über Plattformen wie Wwoof.de Gastgeber:innen, die Freiwillige für eine begrenzte Zeit aufnehmen.
Du wohnst meist direkt vor Ort, bekommst freie Unterkunft und Verpflegung, lernst Einheimische kennen und erlebst das Landleben hautnah. Vorkenntnisse brauchst du keine – nur Neugier, Offenheit und Lust, mit anzupacken. So wird aus deinem Urlaub ein echtes Mitmach-Abenteuer.
Keine Sorge – du musst nicht schuften wie ein Profi-Landwirt. In der Regel arbeitest du 4 bis 6 Stunden am Tag, je nach Betrieb und Saison. Dafür gibt’s keinen Lohn, aber freie Unterkunft und Verpflegung – und jede Menge Einblicke ins echte Landleben. Ob Rebschere oder Kartoffelkiste: Du lernst viel, erlebst noch mehr und bist mittendrin statt nur dabei.
Wichtig: Klär am besten vorab mit deinen Gastgeber:innen, wie der Tagesablauf aussieht – so weißt du genau, was dich erwartet. Und vielleicht bleibt ja noch genug Zeit für ein Stück Apfelkuchen im Hofcafé.
Das passt perfekt zu dir, wenn du…
praktisch lernen willst und dich für Landwirtschaft, Permakultur, Gartenbau oder Ökologie interessierst
körperlich fit bist und Lust auf Arbeit unter freiem Himmel sowie einfache Lebensbedingungen hast
authentische Begegnungen suchst und die regionale Kultur direkt bei den Einheimischen erleben möchtest
neugierig auf Mikro-Abenteuer bist und gerne mal aus deiner Komfortzone rausgehst
Kurz gesagt: Wenn du lieber mit anpackst statt nur zuzuschauen, ist Voluntourismus auf Ökobetrieben in Baden-Württemberg genau dein Ding.
Ja – Landurlaub mit Kind und Kegel ist möglich! Einige Höfe in Baden-Württemberg heißen Freiwillige mit Kindern oder ganze Familien herzlich willkommen. Voraussetzung: Die Unterkunft und die Aufgaben passen zur Familiensituation.
Am besten klärst du vorab, wie familienfreundlich der Hof ist – und ob es vielleicht sogar eine Kinderbetreuung oder Mitmachangebote für die Kleinen gibt. So wird aus dem Voluntourismus ein echtes Familienabenteuer – mit Stallgeruch, Sternenhimmel und ganz viel Nähe zur Natur.
Ja – Voluntourismus geht auch abseits von Wwoof.de! Wenn du lieber in der Natur mit anpackst, lohnt sich ein Blick auf das Programm „Ehrensache Natur“ der Nationalen Naturlandschaften und des Verbands Deutscher Naturparke. Auch der Naturpark Südschwarzwald ist dabei und bietet regelmäßig Aktionstage für Freiwillige an.
Besonders spannend: Der Verein auerhuhn-schwarzwald.de organisiert Mitmachaktionen zur Habitatpflege für Auerhühner – ein echtes Mikro-Abenteuer mit Mehrwert. Und auch in anderen Regionen Baden-Württembergs gibt’s tolle Angebote für alle, die Urlaub und Engagement verbinden möchten.
Neugierig geworden?Entdecke Orte, die nach Wein und Abenteuer duften