Panoramablick übers weite LandDas Who is who der Schwarzwald- und Vogesengipfel
Nach einer Waldpassage folgt ein Szenewechsel. Die Landschaft öffnet sich, es wird heller. Der Blick schweift weit über die sanften Hügel. Wir wandern auf einem Pfad durch blütengesprenkelte Wiesen. Die Aussicht auf die terrassierten Weinberge ist phänomenal. Der Badberg und das Haselschacher Buck sind geschützte Biotope, in denen viele, teils seltene Tiere und Pflanzen beheimatet sind. Auf dem Weg zum Eichelspitzturm leuchten am Waldrand Dutzende von Fingerhüten in Pink und Weiß. Über 42 Meter ragt der stählerne Aussichtsturm in den Himmel, den wir nach knapp acht Kilometern erreichen. Genial ist hierbei der doppelte Nutzen, zum einen als touristischer Höhepunkt, zum anderen als Funkstandort. Bis zur Aussichtsplattform auf 28 Metern sind 127 Stufen zu überwinden. Belohnt wird der Aufstieg mit einem spektakulären 360-Grad-Panoramablick. Vor unseren Augen präsentiert sich das Who’s who der Schwarzwald- und Vogesenberge. Darunter sind die jeweils höchsten der beiden Mittelgebirge: der Schwarzwaldriese Feldberg mit seinen 1.493 Metern und der Vogesengigant Grand Ballon mit 1.424 Metern. Zu unseren Füßen gibt es Weinberge, so weit das Auge reicht. Hier ist die Heimat des Burgunders und anderer feiner Tropfen. Hmmm, lecker, doch das Glas Wein muss warten.
Orchideenwiesen und eine Rebenarena
Nur kurz machten die Wolken Platz für die unvergessliche Sicht. Jetzt senken sie sich wieder fluffig auf unsere Köpfe herab. Wir könnten sie streicheln. Der Himmel verdunkelt sich, drohend mahnt er uns, weiterzuwandern. Ein Schwarm Schwalben zieht blitzschnell in den Wolkenfetzen seine Kreise. Rasch werfen wir einen Blick in die Vergangenheit, als die Eichelspitze noch eine baumlose Wiesenlandschaft war. Heute ist sie bewaldet und vom gleichnamigen Turm gekrönt. Um 1400 stand an diesem Ort eine Einsiedelei mit einer Kapelle. Ein Mauerrest ist noch vorhanden. Weiter geht es zum Vogelsang-Pass, der jetzt im Frühsommer von einem kunterbunten Blütenteppich überzogen ist. Von den im Kaiserstuhl wachsenden 36 verschiedenen Orchideenarten entdecken wir gleich drei auf Anhieb: einige purpurfarbene Pyramiden-Orchideen, nach Ziege riechende Bocksriemenzungen und eine chlorophylllose, braune Nestwurz. Bei solch einer Blütenpracht vergisst man fast den Blick in die Ferne. Doch der lohnt sich! Die Rebterrassen sind hier wie in einer halbkreisförmigen Arena angelegt.