Fernsehturm Stuttgart aus der Froschperspektive, umgeben von hohen grünen Bäumen vor klarem blauem Himmel.

Ein Turm, drei LebenSymbol der Stadt: Der Stuttgarter Fernsehturm

1.1.20266 min. Lesedauervon Hirsch & Greif
Heimatsymbol, Kompassnadel, Arbeitsplatz: Der Fernsehturm in Stuttgart feiert 2026 Jubiläum. Drei Menschen erzählen dir, was ihnen das Wahrzeichen der Landeshauptstadt bedeutet.

Stuttgarts TechnikwunderDer erste Fernsehturm seiner Art

Der Stuttgarter Fernsehturm steht wie ein stummer Zeuge über der Stadt – ein Symbol für Wiederaufbau, Innovation und Identität. Als weltweit erster Fernsehturm aus Stahlbeton war er bei seiner Eröffnung 1956 eine technische Sensation, und vor allem auch ein architektonisches Statement. Danach folgte eine weltweite Turmbau-Welle. Der Fernsehturm hat Stuttgart maßgeblich geprägt. Er ist ein lebendiger Teil des Alltags der Menschen geworden – mal Wegweiser, mal Sehnsuchtsort, mal emotionaler Fixpunkt. Drei Geschichten zeigen dir, welche Rolle der Fernsehturm im Leben vieler Stuttgarterinnen und Stuttgarter spielt.
Blick über Stuttgart mit dichtem Wald im Vordergrund, Stadt im Hintergrund und Turm unter blauem Himmel mit Wolken.
Panoramablick von der Aussichtsplattform
Weite Wälder, klare Luft und ein Blick bis zum Horizont – entdecke Stuttgart aus einer Höhe von 150 Metern.
SÜDEN FACTSSÜDEN FACTSSÜDEN FACTSSÜDEN FACTSSÜDEN FACTS

216,6 Meter

hoch ist der Fernsehturm vom Boden bis zur Spitze.

Architekt

hinter dem imposanten Bauwerk war Prof. Fritz Leonhardt.

1954 bis 1955

wurde der Turm in Rekordzeit erbaut.

1986

wurde der Fernsehturm unter Denkmalschutz gestellt.

150 Meter

hoch liegt die Aussichtsplattform.

30 Zentimeter

schwankt die Aussichtsplattform bei starkem Wind.

Aussicht mit GefühlDer Fernsehturm Stuttgart als Sehnsuchtsort

An klaren Tagen sieht man ihn schon von Weitem. Der schlanke, silberne Zeigefinger erhebt sich über die Baumwipfel von Degerloch: der Stuttgarter Fernsehturm. Er thront seit 70 Jahren hoch über der Stadt. Doch er ist mehr als nur ein Wahrzeichen der Landeshauptstadt.Oben steht Desiree Sanchez. Die rechte Hand ruht am Geländer, in der linken hält sie einen dampfenden Kaffeebecher. „Das ist mein Lieblingsblick“, sagt sie leise, fast andächtig. Seit zehn Jahren arbeitet sie als Kassiererin am Fernsehturm. Sie fährt Gäste im Aufzug auf die Plattform, gibt Tipps, plaudert und verbreitet gute Laune. Desiree kommt aus der Dominikanischen Republik. In Stuttgart lebt sie aber schon so lange, dass sie sich selbst Halbschwäbin nennt.Das internationale, weltoffene Flair in der Landeshauptstadt mochte sie sofort. Der Fernsehturm aber war ihr erster richtiger Sehnsuchtsort in Deutschland. „1994 stand ich zum ersten Mal auf der Plattform. Es war Sommer. Ich trug einen weißen Rock. Der Wind wehte ihn hoch. Ich habe gleichzeitig gelacht und geweint vor Glück. Da wusste ich: Hier will ich bleiben.“Heute bringt sie ihre Enkelkinder mit in das Turm-Restaurant Leonhardts. Dort trinken sie Kakao, blicken über die Stadt Stuttgart und lesen gemeinsam das Buch über den Fernsehturm. „Da sind tolle Bilder und spannende Fakten drin“, sagt sie. Manchmal bleibt sie auch nach Feierabend oben, wenn Yoga-Matten ausgerollt werden oder ein Gin-Tasting beginnt. Der Turm ist heute mehr als nur Aussichtspunkt, er ist zum Erlebnisort geworden.
Der Turm erzählt die Geschichte von Stuttgart. Und inzwischen auch meine.

Desiree Sanchez, Kassiererin am Fernsehturm

Person steht auf der Aussichtsplattform des Stuttgarter Fernsehturms neben einem silbernen Fernglas, mit Blick auf Wälder und Stadt unter blauem Himmel mit Wolken.
Liebe auf den ersten (Aus-)Blick
"1994 stand ich zum ersten Mal hier oben - und wusste, hier will ich bleiben." - Desiree Sanchez

Ausflugsziel Fernsehturm StuttgartPraktische Tipps für deinen Besuch

Blick auf das FußballstadionDer Fernsehturm als Zuschauer

Julian Leist sitzt in den leeren Rängen des Fußballstadions auf der Waldau. Vor ihm liegt der frisch gemähte Rasen. Über dem Stadion erhebt sich die schlanke Silhouette des Stuttgarter Fernsehturms – ein Anblick, der für ihn seit Jugendtagen dazugehört.Er ist quasi hier im Stadion groß geworden, hat hier viele Spiele absolviert und wichtige Entscheidungen getroffen. Heute ist er Übergangskoordinator beim Fußballverein Stuttgarter Kickers. Aber heute, ohne Publikum und Mitspieler, spürt er die Geschichte des Stadions noch intensiver.Julian steht auf. Er joggt langsam an der Seitenlinie entlang, bleibt auf Höhe der Mittellinie stehen und schaut nach oben. „Bei jedem Training und Spiel schaue ich mindestens einmal hoch zum Turm“, sagt er. „Der gehört einfach dazu.“Für ihn ist der Fernsehturm mehr als Architektur. Er ist Orientierung, Heimatsymbol und emotionaler Fixpunkt im sportlichen Alltag. „Wenn ich im Flugzeug sitze und den Turm sehe, weiß ich: Ich bin wieder daheim.“Auch für die Vereinsidentität hat der Turm Bedeutung. Auf den Heimtrikots der Jugendmannschaften der Stuttgarter Kickers prangt seine Silhouette. Ein Zeichen für Stolz und Zugehörigkeit. Für Julian steht fest:
Der Stuttgarter Fernsehturm gehört zu uns.

Julian Leist, Fußballer

Fußballspieler wirft einen Ball in die Luft auf dem Rasen des Kickers-Stadions in Stuttgart, mit dem Fernsehturm im Hintergrund unter klarem blauem Himmel.
Luftaufnahme des Kickers-Stadions in Stuttgart, umgeben von Wald, mit dem Fernsehturm im Hintergrund unter klarem blauem Himmel.
Emotionaler Fixpunkt
"Bei jedem Training und jedem Spiel schaue ich mindestens einmal hoch zum Turm." - Julian Leist
1 / 2

Architektur, Kultur & KulinarikStuttgart: eine weltoffene Metropole

Der Fernsehturm gehört zur Landeshauptstadt Stuttgart, auf die er nun schon seit 70 Jahren stolz blickt. Doch was macht ihr besonderes Flair aus? Internationalität und Offenheit als Lebensgefühl. Stuttgart ist aber auch eine Architektur- und Kunst-Metropole. Leuchttürme sind die Weißenhofsiedlung, der Neubau der Stadtbibliothek, der Kubus des Kunstmuseums, die Staatsgalerie, sowie das Stuttgarter Staatstheater. Die wunderschöne Stuttgarter Markthalle zeigt, dass die Stuttgarter:innen auch einen Sinn für kulinarischen Genuss haben. Um die Vielfalt Stuttgarts zu entdecken, eignet sich eine Rundfahrt mit den Hop-on-Hop-off-Linien der STUTTGART CITYTOUR.Tipp:
Stuttgart überrascht immer wieder mit ganz unterschiedlichen Perspektiven: grüne Oasen, witzige Originale, kreative Orte und bildschöne Ecken. Entdecke dein Lieblingsviertel!
Straßencafé mit Sonnenschirmen und Gästen, die an Tischen essen und trinken, umgeben von Pflanzen, vor historischen Gebäuden in Stuttgart.
Hier sitzt man nicht - hier lebt man!
Straßencafés, Sonnenschirme und gute Gespräche – das ist Stuttgarter Lebensgefühl pur.

Cocktail, Kultur & KompassDer Fernsehturm Stuttgart: Symbol für Weitblick und Vielfalt

Unten in der Stuttgarter City, im Stuttgarter Süden, in einer Seitenstraße nahe dem Marienplatz, mixt Reiner Bocka einen Cocktail in seinem Café Galão. Es ist früher Abend. Die Fenster stehen offen. Fast alle Sitzplätze sind belegt. Musik flirrt durch den Raum. Gläser klirren. Auf der kleinen Bühne baut die Band ihre Instrumente auf. „Es gibt keine Reservierungen“, ruft Reiner über die Theke. „Setzt euch einfach irgendwo dazu!“So ist das hier: ein bisschen Wohnzimmer, ein bisschen Bühne, ein bisschen Weltreise im Cocktailglas. Seit 16 Jahren betreibt Reiner das Galão. Ein Ort für Livemusik, Begegnung und spontanes Miteinander. Manchmal tritt er vor die Tür, um frische Luft zu schnappen. Dann spaziert er gerne die paar Meter zum Marienplatz hinüber und schaut nach oben – zum Fernsehturm. Sobald es warm wird, verwandelt sich der Platz zum Treffpunkt des Viertels. Im Juli steigt hier das Marienplatzfest – mitorganisiert von Reiner. Dann spielen hier Bands, es gibt Streetfood-Stände und Tanzflächen.Reiner schaut gerne auch hinter die schönen Fassaden: „Für mich ist der Fernsehturm auch eine Mahnung, dass Kommunikation in der Begegnung stattfindet – auf Augenhöhe. Botschaften zu senden, ist ein Leichtes. Sie so zu senden, dass sie ankommen, darauf kommt es an.“ Manchmal bei Sonnenuntergang, wenn der Platz zum Hangout-Spot wird, denkt Reiner: Der Marienplatz ist das pulsierende Herz der Stadt. Der Turm ist das Wahrzeichen und bietet den schönsten Ausblick. Beides zusammen zeigt Stuttgart von seiner besten Seite.

Ausflugstipp: Der Marienplatz

Offen, bunt, entspannt: Der Marienplatz ist wie ein Wohnzimmer. Sobald die Sonne draußen ist, setzen sich Menschen in die Cafés, unter die Bäume und auf die Treppen. Rund herum gibt es auch jede Menge Vintage- und Second-Hand-Läden. Hinauf zum Fernsehturm geht’s von hier aus entspannt mit der Zahnradbahn “Zacke”.
Barista reicht ein Glas mit erfrischendem Getränk und Minze über die Theke in einem Café mit Kaffeemaschine und beschrifteter Tafel im Hintergrund.
Blumen- und Pflanzenstände auf einem Wochenmarkt am Marienplatz in Stuttgart, umgeben von historischen Gebäuden und sommerlichem Grün.
Gelbe Stadtbahn der SSB an der Haltestelle Marienplatz in Stuttgart, mit Fahrgast und dem Fernsehturm im Hintergrund unter blauem Himmel.
Miteinander Stadt leben
"Der Turm strahlt Weitblick aus - und unten auf dem Marienplatz leben wir das." - Reiner Bocka
1 / 3

Weite PerspektivenAndere Aussichtspunkte rund um Stuttgart

In der Region Stuttgart findest du noch zahlreiche weitere Ausblicke. Einige der schönsten stellen wir dir hier vor.

Neugierig geworden?Entdecke die Highlights rund um den Fernsehturm Stuttgart

Erlebe Stuttgart aus einer neuen Perspektive: Der Fernsehturm ist nicht nur ein architektonisches Highlight, sondern auch das perfekte Tor zu spannenden Entdeckungen in der Landeshauptstadt.

Nachts im Süden UrlaubsmagazinIm Süden ist auch nachts was los! – Touren, Geschichten, Insidertipps

Hol dir dein Urlaubsmagazin