Familie mit drei Kindern und einer Frau dahinter läuft über einen Steg oberhalb eines Sees. Am Ende des Steges, hinter der Familie, steht ein Holzgebäude auf dem See.

Federseemuseum Bad Buchau und Pfahlbauten am Bodensee

Zurück in die Stein- und Bronzezeit
2.10.20264 min. Lesedauer
Im Federseemuseum von Bad Buchau und im Pfahlbaumuseum am Bodensee tauchen wir aktiv in die Alltagswelt der Stein- und Bronzezeit ein.

Federseemuseum Bad Buchau

Wo aus Rentierjägern sesshafte Siedler wurden
Im Federseemuseum Bad Buchau und im Pfahlbaumuseum am Bodensee wird der Alltag der Stein- und Bronzezeit lebendig. Dabei zeigt sich: Schon die Menschen der Steinzeit besaßen eine Art Schweizer Taschenmesser. Mit einer Feuersteinklinge lässt sich Leder schneiden wie Butter. Feuerstein ist härter und schärfer als Stahl – und eignet sich auch zum Funkenschlagen.Ausprobieren können Besucherinnen und Besucher das auf dem Family Activity Trail, einer Entdeckungsreise in unsere prähistorische Vergangenheit im Freigelände des Federseemuseums. Links führt der Weg in die Steinzeit, rechts in die Bronzezeit. Auf wenigen hundert Metern geht es durch Jahrtausende Menschheitsgeschichte am Federseemoor: Nach dem Ende der Eiszeit wurden Rentierjäger sesshaft. Sie rammten Baumstämme in den weichen Moorgrund und errichteten darauf ihre Häuser: die Pfahlbauten.
Miniatur Modell einer Siedlung aus Holzhäusern, die auf getrocknetem Boden stehen, umgeben von einer Holzmauer. Darum sind mehrere Wiesen und Schafe.
Ein Dorf im Miniaturformat
Das detailreiche Modell im Federseemuseum zeigt, wie die befestigte Forschner-Siedlung am Federsee einst ausgesehen haben könnte.

UNESCO-Pfahlbauten am Federsee und Bodensee

Mit Forschertasche und Rätseln auf den Spuren unserer Vorfahren
Mehr als 900 Fundstellen solcher Siedlungen gibt es im gesamten Alpen- und Voralpenraum. 111 sind UNESCO-Welterbe, 15 davon befinden sich in Baden-Württemberg. Was sie so besonders macht: Sie liegen an Mooren und Seen, deren sauerstoffarme Torf- und Schlammschichten wie eine Zeitkapsel ganze Lebenswelten bewahrten. Nicht nur Artefakte aus Stein oder Metall, sondern auch organisches Material. Hauspfosten, Leinfasern für Kleidung, Fischernetze, Einbaumboote, Getreide, Steinzeitkaugummis sowie die Reste einer Fischsuppe, die vor rund 5000 Jahren über offenem Feuer köchelte.Das Federseemoor und der Bodensee gehören zu den berühmtesten Fundstellen, und ihre Museen in Bad Buchau und Unteruhldingen sind ein lebendiges Schaufenster in diese Vergangenheit. Sie haben die versunkenen Dörfer ans Licht geholt. Allein im Federseemoor wurden bereits mehr als 20 Siedlungen und über 50 Einbäume, das Verkehrsmittel jener Zeit, entdeckt. Anhand der Funde ließen sich die Häuser rekonstruieren und das Leben jener Zeit (be)greifbar machen. Genau darum geht es auf dem Family Activity Trail. Ausgestattet mit einer Karte und einer Forschertasche, die man an der Kasse erhält, darf man an 14 Stationen ausprobieren, wie der Alltag damals aussah. Zwei Utensilien darin: das steinzeitliche Schweizer Taschenmesser und ein Stück Leder. Es gibt Aktivaufgaben und Rätselfragen. Wie zum Beispiel ist es möglich gewesen, über dem Feuer eine Suppe zu kochen, als es noch keine Töpfe aus Ton oder Metall gab?
Ein hallenartiges Holzgebäude steht auf Stelzen in einem Moor.
Rekonstruierte Häuser aus der Bronzezeit stehen im Freigelände eines Museums.
Eine braue Tasche liegt mit mehreren Gegenständen verteilt auf einer Wiese. Neben der Tasche liegt eine Faltkarte und eine Plastiktüte.
Das Federseemuseum am Wasser
Ein Ausflug in das Federseemuseum von Bad Buchau ist für Groß und Klein ein tolles Erlebnis.
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Stein- und Bronzezeit im Federseemuseum

Getreide mahlen, Ziege melken und im Einbaum paddeln
Wichtigstes Grundnahrungsmittel der Steinzeit war Getreide. Das musste nicht nur angebaut, sondern auch gemahlen werden. Wie mühsam das war, lässt sich in der Siedlung Taubried aus der älteren Jungsteinzeit erleben. Mit Körnern und einer Sanduhr aus der Forschertasche hat man drei Minuten Zeit, das Getreide auf der Sattelmühle möglichst fein zu zerreiben. Außerdem erfährt man, dass so eine steinzeitliche Immobilie vollgepackt war bis unters Dach – mit Kind und Kegel, Backofen, Feuerstelle, Haushaltsobjekten, Waffen, Schlafstätten und Erntevorräten.Ein Abstecher vorbei an der späten Jungsteinzeit, führt zu den damals domestizierten Nutztieren: Ziegen und Schafe lieferten Milch. Rinder dienten hauptsächlich als Traktoren auf vier Beinen, denn unsere Vorfahren waren laktoseintolerant. Kunststoffziege Olga lässt geduldig Melkversuche über sich ergehen.Mit der Bronzezeit veränderte sich die Welt grundlegend. Die Menschen fingen an, Handel zu treiben. Sie importierten Glasperlen aus Italien, Bernstein von der Ostsee, Salz aus Hallstatt und Pferde aus der russischen Steppe, quasi die SUV der Oberschicht. In der Bronzezeit gab es zum ersten Mal Reichtum, den es zu verteidigen galt, sei es mit Schloss und Schlüsseln oder mit Schwertern. Dank Zinn aus England und Kupfer aus den Ostalpen konnte nun Metall gegossen werden. Die Bronzeschmieden waren das prähistorische Silicon Valley, die Werkzeug, Schmuck und Waffen in einer ganz neuen Qualität herstellten.Vor einem Kleiderschrank drängeln sich Kinder, um sich mit der Mode aus der Stein- und Bronzezeit zu verkleiden: Leinenhemden, Lederbeinlinge, Bastmäntel und Fellhüte. Schnell noch ein Selfie vor dem Spiegel, bevor es zur letzten Station geht. Dort schlämmen sie einen Lösungsbuchstaben aus einer Erdprobe. Für einen Code, der eine Überraschung bereithält … Wer das Museum am Wochenende besucht, kann sich auch im Speerschleudern üben und im Einbaum über den Teich paddeln.
Kinderhände mahlen auf einem Stein Getreide
Nahaufnahme einer prähistorischen Harpune
Gegenstände aus der Bronzezeit werden in einer Hütte ausgestellt
Menschen sitzen in einem Boot auf grünlichem Wasser. Sie winken in die Kamera. Rechts von ihnen befindet sich Schilfgras und links ein Holzgebäude auf Stelzen, die im Wasser stehen.
Mahlen wie in der Steinzeit
An einer Mitmachstation probieren Kinder aus, wie Getreide einst mit einem Reibstein zu Mehl verarbeitet wurde.
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Pfahlbaumuseum Unteruhldingen am Bodensee

Eine Zeitreise zum Anfassen, Ausprobieren und Genießen
Das Moor und die Seen hatten unsere Vorfahren als Siedlungsort gut gewählt. Sie waren Handelswege, boten reichlich Nahrung und Schutz vor Feinden. Während die Pfähle der Häuser am Federsee im Moor versenkt wurden, stehen sie am Bodensee sichtbar im Wasser. Die Zeitreise durch das dortige Pfahlbaumuseum beginnt im Archaeorama. In einer 360-Grad-Multimediaschau taucht man zu den Pfahlfeldern am Seegrund ab und mitten im virtuellen Alltag eines Dorfs wieder auf.Dann öffnet sich ein Tor. Ein Steg führt zu 23 Häusern aus der Stein- und Bronzezeit mit szenischen Alltagswelten. Auch hier können Besucher dem Leben der Pfahlbauer mit allen Sinnen nachspüren – auf einem Parcours, wo Feuersteinmesser gebaut, Getreidebrei und Steinzeitfischsuppe gekocht werden. Hebt man zwischendurch den Kopf, schaut man auf die schneebedeckten Schweizer Alpengipfel am blauen Horizont. Man hätte schlechter wohnen können.
Historische Pfahlbauten in einem See
Auf dem Steg in die Vergangenheit
Die rekonstruierten Häuser des Pfahlbaumuseums Unteruhldingen zeigen, wie Menschen in der Stein- und Bronzezeit am Bodensee lebten.

Häufige Fragen zum Federseemuseum Bad Buchau

Gut vorbereitet auf eine Reise durch 15.000 Jahre Geschichte

Ausflugsziele am Federsee und Bodensee

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