„Heidelberg war überhaupt total schön“, findet die Elfjährige. „Die kleinen Gassen und die schönen, alten Häuser und das Riesenfass in der Schlossruine.“ Und ich frage: „Wisst ihr noch, wie viele Liter da reinpassen?“ „Über 220.000!“ antworten beide gleichzeitig wie aus der Pistole geschossen. Es hat sie wohl beeindruckt. Ich fand die Universitätsbibliothek wunderbar: Die renaissancehaften Türme, Giebel und Erker erinnern nicht aus Versehen ans Schloss und verbinden sich mit Elementen des Jugendstils, der 1905, als das Gebäude eingeweiht wurde, gerade in Mode kam. Herrlich auch der Blick vom Philosophenweg auf der anderen Neckarseite auf das Schloss und die Altstadt, die Heiliggeistkirche und die Alte Brücke. Die ganze Schönheit des Heidelberger Panoramas kann man auch bei einer Solarboot-Tour über den Neckar erfahren. Da geht es dann zudem an den Neckarwiesen, zahlreichen Unigebäuden und am Villenviertel Neuenheim vorbei.
Für die Kinder war jedoch der Besuch des Zuckerladens der Höhepunkt ihres Besuchs in Heidelberg. Das kleine Geschäft in einer der unbedingt zu entdeckenden Nebenstraßen der Hauptstraße ist eine Oase für meine Schleckermäuler. In jedem Winkel gibt es hier Süßigkeiten zu entdecken. Und Inhaberin Marion füllt diese aus den großen Bonbongläsern für jede und jeden einzelnen liebevoll in die bunten Tüten. Bezahlt wird dann bei Jürgen hinter dem Tresen. Aber nicht einfach so; erst wenn die Würfel gefallen sind, steht der finale Preis fest. Die Spielregeln kennt nur der Chef persönlich. Das Fazit, als wir nach Ladenschluss wieder vor der Tür standen und uns fühlten, als seien wir aus einer Märchenwelt zurückgekehrt: „Mama, das war der tollste Laden ever!“