Ein exotisches ParadiesDie Insel Mainau
Noch ist es ruhig auf der Insel Mainau. Jetzt, um kurz vor acht Uhr am Morgen, streift nur eine Handvoll Besucher durch die weitläufige Parkanlage. Mit Sonnenaufgang werden die Tore geöffnet, doch erst am späten Vormittag, wenn die Reisebusse und Ausflugsschiffe ankommen, wird es voll. Bis zum Sonnenuntergang ist die Insel zugänglich.
Die Geschichte der Insel Mainau als Pflanzenparadies beginnt im Jahr 1853 mit Großherzog Friedrich I. von Baden. Dieser erwirbt die Insel als seinen Sommersitz. Von seinen Auslandsreisen bringt er die ersten seltenen Pflanzen mit, lässt Palmen, Zitronen- und Orangenbäume pflanzen. Und er lässt einen Blumengarten im italienischen Stil anlegen. Das Herzstück der Insel ist jedoch das Arboretum. Diese Baumsammlung ist bis heute auf über 250 verschiedene Arten angewachsen. Hier ragen 150 Jahre alte und fast 45 Meter hohe Mammutbäume auf. Selbst an heißen Tagen ist es im Schatten des grünen Blätterdachs kühl. Im Schmetterlingshaus hingegen herrscht eine tropisch-feuchte Wärme. Dort flattern unzählige exotische Schmetterlinge um die Besucher herum.
Für die Allgemeinheit zugänglich ist die Insel seit Mitte der 1930er-Jahre. Damals verlor Lennart Bernadotte durch bürgerliche Heirat seinen Erbanspruch und Titel „Prinz von Schweden“. Er lies sich mit seiner Familie auf der Mainau nieder und machte sich die Gestaltung der Mainau zur Lebensaufgabe – und zum Geschäft. Heute flanieren mehr als eine Million Besucherinnen und Besucher jährlich über das Eiland.
Der See speichert die Wärme
Gegen Ende März wird mit der Orchideenschau die neue Gartensaison eingeläutet, die sommerliche Rosenblüte und die Dahlienblüte im Herbst zählen zu den Besuchermagneten. Doch nicht nur mit den Jahreszeiten wechselt die Mainau ihr florales Kleid, auch ein Jahresthema bestimmt ihr Antlitz. Im Jahr 2019 etwa stand alles im Zeichen von Sonne, Mond und Sternen.
Am Bodensee herrschen besondere klimatische Bedingungen. Der See speichert die Wärme des Sommers, im Herbst kühlt er nur langsam ab. Dabei gibt er Wärme ab, so bleiben die Temperaturen lange mild – und rundum gedeihen auch empfindlichere Pflanzen. 79 Gärten bildeten 2019 das Netzwerk „
Grenzenloses Garten-Rendezvous“ am westlichen Bodensee. Dieses Netzwerk ist Teil der Bodenseegärten, zu denen auch private Gärten gehören.